Klettern in Bad Saarow

Der Himmel über Bad Saarow war am 20. September wolkenlos und die Temperatur stieg bis zum Mittag auf 22° bis 23° C. Das war für die Kletterer des SC Karate Bestensee e.V. ideal, um sich im Sicherheitsgeschirr von einem Baum zum nächsten zu hangeln.

Es waren viele angereist und sie hatten auch viele Familienmitglieder und auch Freunde mitgebracht. Insgesamt waren fast siebzig Mitglieder und Begleiter gekommen.

Die meisten gingen nach oben und genossen den Nervenkitzel, in über zwölf Metern Höhe auf schaukelnden Seilen und wackeligen Bohlen zu balancieren. Praktisch war es unmöglich abzustürzen. Die maximale Fallhöhe betrug ca. einen Meter. Wer tatsächlich einmal abrutschte käme nicht weit und würde dann am Geschirr hängen, das am Sicherheitsseil befestigt war. Die Gedanken der Menschen folgen aber weit eher der ungesicherten Alltagswahrnehmung als der reflektierten Logik der Physik.

Wer aber es schafft, sein flaues Gefühl zu überwinden, den erwartet ein wahrer Schauer der Glückshormone: Die Neurotransmitter toben sich im eigenen Körper aus.

Für die Kleinsten galt es, den Kleinkindparcour zu bestehen. Dort waren die Seile in einer Höhe von etwa einem halben Meter gespannt, damit auch jene, die eine Griffhöhe von weniger als einundeinhalb Metern erreichten, das beglückende Klettergefühl haben konnten.

Nicht wenige gönnten sich mehrere Runden, die jüngsten an ihrem Parcour sowieso.

Doch Bewegung macht durstig und hungrig. Wer nicht mehr wollte oder nicht mehr konnte kam zum Tipi unter den Bäumen. Dort hatten die Nichtkletterer den Grill angeheizt und die mitgebrachten Salate und Kuchen auf dem Zelttresen aufgebaut.

Große Würste, kleine Würste, Rinder- und Geflügelsteaks warteten auf die Hungrigen. Alle wurden satt.

Die restaurative Erholung nach dem Rausch der Höhe erzeugte eine entspannte und unterhaltsame Atmosphäre.

Ein besonderer Dank gebührt den vielen Helfern unter den Teilnehmern, die entscheidend zum Gelingen unseres Kletterabentheuers beigetragen haben.

KDB-Tag in Bestensee

Der KDB-Tag fand am 5. September nun zum fünften Mal in Folge in Bestensee statt. Die Veranstaltung stand – wie könnte es anders sein – in diesem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie. Das bedeutet, dass ein mit der Gemeinde Bestensee vereinbartes Hygiene-Konzept einzuhalten und etwas weniger Teilnehmer zu verzeichnen waren als in den vorangegangenen Jahren. Immerhin waren es am Ende dann doch über 120 Karateinteressierte aus allen Teilen Brandenburgs, die in Bestensee zusammengekommen waren.

Die Landestrainer gaben mehrere Einheiten Wettkampf-Training, die an diesem Tag für alle Interessierte geöffnet waren. Jeder der wollte, hatte da Gelegenheit auch einmal am Training auf Kader-Niveau teilzunehmen. Christian Karohs führte das Kata-Kader und Marvin Mauer wurde von Bodo Pippel im Kumite-Kader unterstützt. Als erste Einheit des Tages hatte Christian allerdings den Reigen mit einer Kata- Einheit für alle Jahrgänge U 14 durchgeführt.

Axel Böger und Mandy Napierai frischten alle Jahrgänge U14 mit einer zünftigen Kihon-Einheit auf und Gert Krüger nahm sich der Kinder gleich zur Eröffnung in einem Spezial an. Dan-Anwärter und Kampfrichterinteressierte wurden von Olav Büttner im KaRi-Lehrgang versammelt, während Lars Draack nachmittags sich um die Trainerfortbildung kümmerte.

Für Neugierige hielten Gert Krüger und Nicole Springer mit Thomas Züllich „Die andere Kata“ bereit. Das Highlight zum Abschluss bildete, wie so oft in den vergangenen Jahren, die von Mathias Gäbel durchgeführte Einheit „Bokken“, dasTraining mit dem japanischen Holzschwert.

Zu Beginn der Mittagspause begrüßte der Bestenseer Bürgermeister, Klaus-Dieter Quasdorf, die versammelten Athleten und den KDB und gratulierte dem SC Karate Bestensee zum 30jährigen Gründungsjubiläum. Manja Lenk und Bodo Pippel gratulierten im Namen des Landesverbandes und überreichten eine „Ehrenplakette in Silber mit Gold“ – wie es in der Urkunde heißt – des Bundesverbandes DKV für die von so vielen engagierten Mitgliedern im Verein geleistete Vereinsarbeit.

Angesichts der guten, von ihr geleisteten Arbeit als Landestrainerin würdigte Manja Lenk im Namen des KDB Nicole Springer, die im August das Kata-Kader an Christian Karohs übergeben hat.

Den durch die Corona-Pandemie notwendig gewordenen Einschränkungen zum Trotz wurde auch der diesjährige KDB-Tag ein Erfolg. Die Teilnehmer freuten sich über die Möglichkeit, sich in den Pausen und nach dem offiziellen Ende entspannt auszutauschen und den Tag mit dem Genuss der Kleinigkeiten des Bestenseer Imbiss bei guter Laune ausklingen zu lassen.

30 Jahre Karate (in) Bestensee

Die „Hamburger Turnerschaft von 1816“ ist vermutlich der älteste ununterbrochen bestehende Sportverein der Welt und somit 204 Jahre alt.

Dagegen ist der SC Karate Bestensee e.V. ein junger Verein. Das Durchschnittsalter seiner Mitglieder ist 18 Jahre, die jüngsten von ihnen sind gerade vier Jahre alt. Und 18 Mitglieder sind sogar älter als der Verein selbst, der in diesem Jahr 30 Jahre alt wird.

Er wurde am 25. September 1990 in Bestensee gegründet, acht Tage vor dem Zusammenschluss der beiden Teile Deutschlands. Es war die Wende, die damals die Möglichkeiten für die Bildung freier Vereine eröffnete. Karate war in der DDR zwar nicht formal verboten, aber auch nicht erwünscht und wurde nicht gefördert. Folglich war vor der Wende an einen Verein, insbesondere an einen, der nicht unter Staatsaufsicht stand, gar nicht zu denken.

Als im Oktober 1990 der SC Karate Bestensee in das Vereinsregister eingetragen wurde, war Bestensee bereits eine Gemeinde im Land Brandenburg, das am Tage der Vereinigung neu gegründet worden war.

Das Training begann in der Turnhalle der damaligen Schule. Sie ist mittlerweile verschwunden und durch die neue, größere und sehr gut ausgestattete Halle der Landkostarena ersetzt worden.

Aller Anfang ist schwer – und wie lernt man Karate, woher bekommt man einen Trainer, wie organisiert man einen Verein, wo kann man trainieren? Trainer aus anderen Vereinen kamen zu Lehrgängen nach Bestensee und langsam begann das Turnierleben auch in Brandenburg. Bei den 1. Jugend- und Juniorenmeisterschaften des Landes 1993 erreichten einige Bestenseer Karateka bereits die Siegerpodeste.

Die formalen Dinge für Vereinsgericht und Finanzamt sind erlernbar, ebenso einen Raum zu besorgen, der die Mitglieder zum Training aufnehmen kann – die Gemeindeverwaltung hilft mit der Vergabe der Hallenzeiten.

Gibt es Unterschiede zwischen einem Verein im Westen und einem in den vor dreißig Jahren hinzugekommenen Bundesländern? Anfangs gewiss, denn die Situation hier unterschied sich nach 40 Jahren der Trennung doch von der in den Altländern.

Heute sind diese Unterschiede nivelliert und spiegeln eher regionale Besonderheiten: Mundartliche Eigenheiten von Brandenburgern und Rheinländern werden nicht anders bewertet als die von Schwaben und Friesen, die Verkehrsformen gar zeigen kaum Abweichungen, wie man auf den Turnieren in den verschiedenen Regionen Deutschlands feststellen kann.

Der Umbruch der Wende hat neue Strukturen hervorgebracht, in der Gesellschaft, in der Verwaltung, im Alltag. Im Laufe der Zeit laufen sich diese Dinge ein und der Verein beginnt, sich zu entwickeln. Es kommen mehr Interessierte hinzu, darunter auch Kinder. Anfangs ist man skeptisch, ob Kinder die speziellen Anforderungen des Karate an die Disziplin und die traditionelle Etikette erfüllen können.

Karate entstammt nicht nur einer ganz anders geprägten Kultur, sondern war in seiner traditionellen Form als japanische Kampfkunst auch Ausdruck eines philosophisch rationalisierten, hierarchischen, autoritären Selbstverständnisses der Gesellschaft Japans vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Praxis im Verein zeigt jedoch, dass Kinder durchaus lernen, mit zeremoniellen Übungen umzugehen und zugleich Karate als Sport aufzufassen, der geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Fairness und Toleranz. Karate als Sport in einem gemeinnützigen, ehrenamtlich betriebenen Verein ist keine Lizenz zum Prügeln in freier Wildbahn. Das zu akzeptieren ist überhaupt die Voraussetzung, um beim SC Karate Bestensee e.V. mitzumachen.

Zu den unabdingbaren Regeln des Sports gehört, dass es im Karate keinen ersten Angriff gibt! Auf japanisch liest sich das: 二、空手に先手無し 。(Gesprochen: karate ni sente nashi!)

Karateka – so werden die genannt, die diesen Sport betreiben – berichten, dass sie umso weniger in „kritische Situationen“ geraten, je länger sie den Sport betreiben.

Gegen Ende der Neunziger Jahre begann die kooperative Partnerschaft mit der Dabendorfer Karatevereinigung Makoto e.V.: In den Sommerferien wurden seitdem gemeinsam für Kinder und Erwachsene einwöchige Zeltlager organisiert. Das bedeutet fünf Tage Training und für die, die sich danach ausreichend vorbereitet fühlen, auch eine Prüfung, um die nächste Stufe in der Graduierung des Karate zu erklimmen.

Der SC Karate Bestensee e.V. wächst in den kommenden Jahren und auch der lokale Einzugsbereich, aus dem die Vereinsmitglieder kommen, wächst beständig. Zusätzlich zum Breitensport für Groß und Klein entsteht auch eine kleinere Gruppe von Wettkämpfern. Sie nehmen an regionalen und überregionalen Turnieren teil und einigen dieser Karateka gelingt es, in das Brandenburger Landeskader aufgenommen zu werden und internationale Wettkämpfe zu bestreiten. Ein- oder zweimal im Jahr finden Lehrgänge zu den verschiedenen Themen statt.

Im Verlaufe der Zeit werden die Kontakte zur benachbarten Schule gepflegt. An den Projekttagen werden immer wieder mit den Schülern Karate-Einführungen veranstaltet, kräftig unterstützt von den Kindern, die bereits Mitglieder des Vereins sind.

Bestensee wird auch mal für die Durchführung der Landesmeisterschaften ausgewählt und richtet immer wieder einmal den mittlerweile traditionellen, sogenannten „KDB-Tag“ aus, bei dem der brandenburgische Karate Landesverband die Vielfalt und das Leistungsniveau dieser Sportart in Brandenburg mit vielen verschiedenen Einzelvorstellungen präsentiert.

Und last but not least wird Bestensee ab dem August 2020 das monatlich stattfindende Training des Kata-Landeskaders beherbergen.

Einen Ost-West-Unterschied nach dreißig Jahren haben wir am Schluss aber doch noch gefunden: Nach soziologischen Untersuchungen gibt es gemessen an der Zahl der Mitglieder eines Vereins in den Ost-Vereinen mehr Aktive als in West-Vereinen. Die haben mehr passive Mitglieder. Und das gilt nicht nur im Karate, sondern für alle Sportvereine. Sogar für die „Hamburger Turnerschaft von 1816“!

Training in den Winterferien

In den Winterferien ist die Landkostarena wegen Bauarbeiten gesperrt. Es wird also vom 03.02.2020 bis zum 07.02.2020 kein Training stattfinden können.

 

Leipzig Open 2018

Von Axel Böger

Am 5. Mai wurden die Leipzig Open vom Karateverein Bushido Leipzig e.V. in der Leipzig
Arena/Dreifelder-Halle ausgetragen. Gekämpft wurde hier auf 6 Tatamis. Mit den ca. 600
Teilnehmern aus insgesamt 17 Nationen war das Turnier international sehr hochwertig
besetzt. Unsere jungen Athleten waren hochmotiviert und pünktlich gegen 9.00 Uhr wurde
mit den Kata-Wettkämpfen gestartet. Dabei sind wir an die eigenen Grenzen gestoßen, bis auf
Rafael Langhammer sind alle in der ersten Runde ausgeschieden. In der zweiten Runde wurde
Rafael von einem starken Gegner der Nationalauswahl der Malta Karate Ferderation
bezwungen. Besonders schade war es für Nelly Schröder, trotz sehr guter Trainingsleistungen
verlief sie sich in ihrer Kata und schied vorzeitig aus.
Im Kumite machte den Anfang wieder Rafael und konnte mit soliden Fausttechniken einen
2:0 Punktestand einfahren, leider verlor er die folgenden Kämpfe und erreichte den 7. Platz in
der Kategorie U 12 + 38 kg. Simon Böger musste ebenfalls in der gleichen Kategorie antreten
und gewann seinen ersten Kampf mit 2:0, den zweiten Kampf mit 2:1, verlor den dritten
Kampf mit 0:1 und gewann den vierten Kampf durch Entscheidung der Schiedsrichter mit
5:0. Erwähnenswert wäre noch, dass aufgrund der zahlreich gemeldeten Teilnehmer in dieser
Kategorie in 4 Pools die Wertungen ausgekämpft wurden. Simon hat sich am Ende den 3.
Platz und eine Bronzemedaille gesichert.
Jocelien Bauer startete in der Klasse U 12 + 36 kg gegen eine Gegnerin vom KSC Asahi
Spremberg e.V., gewann ebenfalls souverän mit 2:0, unterlag in einem sehr harten
Folgekampf jedoch mit 0:2 und schied aus dem Turnier aus. In der Klasse U 10 + 35 kg gab
es für Maxim Dirschka einen gelungen Auftaktsieg mit 4:0. In den folgenden zwei Kämpfen
musste Maxim sich dennoch geschlagen geben, sicherlich lag das auch ein wenig an der
eigenen Aufregung. Mit einem 5. Platz trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis für seinen
ersten “großen” Wettkampf.
Im Hinblick auf die Vorbereitung war das Turnier für die Sportler und deren Trainer Mandy
Napierai und Axel Böger eine gute Möglichkeit, den Leistungsstand abzugleichen. Hier noch
einmal Herzlichen Glückwunsch an alle und ein großes Lob für das profihafte und
disziplinierte Verhalten beim Wettkampf.

Zusätzliches Training mit Gert Krüger

Gert Krüger gibt – für Karateka ab Gelbgurt aufwärts und älter als 15 Jahre – jeden Donnerstag von 19:00 h bis 20:30 h in der Halle in Bestensee ein zusätzliches Training: “Karate und Selbstverteidigung”. Dieses neue Training läuft bereits seit dem 12. April. Wir laden alle herzlich ein, sich zu beteiligen.

13. Zwönitztalpokal in Sachsen am 17.03.2018

Am 17.03.2018 fand, wie jedes Jahr in Burkhardtsdorf bei Chemnitz, der nunmehr 13. Zwönitztalpokal statt. Aufgrund der erhöhten Zahl von Anmeldungen wurde die Teilnehmerzahl auf 650 Sportler begrenzt. So war eine ordnungsgemäße Turnierorganisation gewährleistet. Aus etwa 10 Nationen fanden sich Athleten ein. Und auch der SC Karate Bestensee e.V. war mit 3 Kämpfern vor Ort mit dabei.

Leider konnten krankheitsbedingt nicht alle nominierten Sportler aus Bestensee an diesem Event teilnehmen.

Den Beginn in der Disziplin Kata machten Rafael Langhammer (5. Kyu) und Simon Böger (5. Kyu) in der Klasse U 14. Aufgrund der 30 gemeldeten Starter wurde die Gruppe in zwei Pools aufgeteilt. Simon traf gleich in seinem ersten Kampf auf den späteren Turniersieger. Mit einer Heian Yondan verlor er gegen eine Jion mit 0:3. Im späteren Verlauf erreichte er die Trostrunde und siegte gegen seinen Kontrahenten vom Karatezentrum Borna mit 2:1 und in einem weiteren Kampf gegen seinen Gegner vom Selwakai East London aus England mit 3:0. Damit konnte er angesichts des recht hohen Niveaus dieses Turniers einen starken Sieg einfahren und erreichte den dritten Platz.

Nicht alle unsere Wettkämpfer konnten ihre Ziele erreichen. Rafael unterlag in seinem Kampf gegen seinen Gegner vom Bushido Leipzig mit 0:3. Doch bergen Niederlagen auf hochwertigen Turnieren wie dem Zwönitztalpokal auch die Chance, Erfahrungen zu sammeln, die zur Verbesserung des Trainings genutzt werden können.

Auch unser Turnierneuling Jocelien Bauer (6.Kyu) in der Altersklasse U 12, hat im ersten Kampf viel Pech gehabt und verlor mit 0:3 gegen ihre Gegnerin, der späteren Gewinnerin vom Bushido Beelitz. In ihrer Trostrunde kam sie mit ihrer Heian Nidan leider nicht über ein 1:2 hinaus.

Weiter ging es mit Kumite: Rafael und Simon mussten erstmalig in der Altersklasse U14, -44 kg antreten. Den Anfang machte wieder Simon. In seinem Kampf zeigte er eine gute Zuki-Technik und konnte so den ersten Punkt für sich verzeichnen. Sein Gegner holte sich mit einem Mawashi-Geri einen Wazari und damit den Sieg mit 2:1 gegen Simon.

Dagegen hatte Rafael es in dieser Altersklasse besonders schwer. Er stand einem bereits bekannten starken Kämpfer vom Funakoshi Karate Northeim gegenüber. Er präsentierte sich konzentriert, konnte jedoch keine eigenen Techniken platzieren und verlor mit 0:8. Leider fehlte hier die notwenige Erfahrung, das im Training erarbeitete Können dann im Kampf auch erfolgreich einsetzen zu können.

Rafael zeigte trotzdem eine couragierte Kampfweise. Erwähnenswert an dieser Stelle ist auch, dass sowohl Simons als auch Rafaels Gegner den 3.Platz in der Klasse erreichten.

Von Axel Böger

1. Rangliste in Spremberg am 03.03.2018

Am 3. März wurde das 1. Ranglisten-Turnier dieses Jahres vom Spremberger Karateverein KSC Asahi ausgerichtet. Gekämpft wurde hier auf zwei Tatamis (Wettkampfflächen). Mit vielen Teilnehmern war das Turnier sehr gut besetzt.

Der SC Karate Bestensee e.V. war wieder mit neun Jungen und Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren in den Disziplinen Kata und Kumite am Start. Auf diesem Turnier, auf dem der Wettkampf-Nachwuchs der brandenburgischen Vereine an das Niveau der überregionalen Wettkämpfe herangeführt werden soll, zeigten sich unsere jungen Kämpfer in sehr guter Verfassung. Hochmotiviert und ehrgeizig gingen sie in den verschiedenen Kategorien und Altersklassen ihre Gegner an. Sie waren der Konkurrenz, die aus allen Teilen Brandenburgs angereist war, durchaus gewachsen.

Dem entsprechend erfolgreich war auch der Medaillensegen: Fast alle Bestenseer errangen einen Platz unter den ersten Dreien der verschiedenen Kategorien.

Jacob Elias und Maxim Dirschka (beide 7. Kyu) gelang es sogar in beiden Disziplinen, Kata und Kumite, Medaillen nach Hause zu tragen.

Insgesamt liest sich die Erfolgsliste sehr beeindruckend:

 Jakob Elias (U10, 7. Kyu): 2. Platz Kata und 2. Platz Kumite

 Nelly Schröder (U 12, 8. Kyu): 2. Platz Kata

 Sarah Schwalbach (U 12, 8. Kyu): 3. Platz Kata

 Leon Berbig (U 14, 8. Kyu): 3. Platz Kata

 Leon Landsberg (U 14, 8. Kyu): 3. Platz Kata

 Maxim Dirschka (U 12, 7. Kyu): 3. Platz Kata und 3. Platz Kumite

 Jocelien Bauer (U 12, 6. Kyu): 2. Platz Kumite

 Simon Böger (U 12, 5. Kyu): 2. Platz Kumite

 Len Streichan (U 14, 8. Kyu): 1. Platz Kata

Die Bestenseer Wettkampftrainer, Axel Böger (Kumite) und Mandy Napierai (Kata) waren dann auch beide sehr zufrieden: „Mit dem Auftreten unserer Athleten und den gezeigten Leistungen der noch jungen Sportler kann man sehr zufrieden sein und positiv in die Zukunft blicken.“ (Axel Böger). „Es ist wunderbar zu sehen, wenn das anstrengende Training zur Beherrschung der schwierigen Katas so viele Früchte trägt.“ (Mandy Napierai). Beide wurden in der Betreuung der Athleten durch die erst fünfzehnjährige Assistenztrainerin Anne Elias unterstützt. Dazu Mandy Napierai: „Ein unglaubliches Talent! Sie geht sehr überlegt und klug mit den Kindern um und kann sie spielerisch motivieren.“

Die drei Trainer freuen sich schon jetzt auf das nächste Ranglistenturnier Ende Juni in Beelitz.

Von Axel Böger

Von Hajime 初め bis Yame 止め!

Am 31.01.2018 stand in Groß Köris für die ersten bis achten Klassen „Karate“ auf dem Stundenplan der Grund- und Gesamtschule Schenkenland: Der SC Karate Bestensee e.V. war zu Besuch und die beiden Vereinstrainer Gert Krüger, 5. Dan, und Mandy Napierai, 1. Dan, führten die Schüler behutsam in die Grundlagen ein.

Der 31. Januar war für die Schule ein unvorhersehbar schwieriger Tag. Es waren nicht nur viele Schüler erkrankt, auch ein großer Teil der Lehrer war an diesem Tag krankheitsbedingt ausgefallen. Die vorhandenen Lehrer setzten alle Kräfte daran, den Unterricht durchzuführen und die erkrankten Kollegen zu vertreten.

Nach der ersten großen Pause kamen die ersten und zweiten Klassen zur 3. Stunde in die Turnhalle. Die Kinder waren neugierig und erwartungsvoll und Gert Krüger und Mandy Napierai begannen, sich den Schülern erst einmal vorzustellen und mit ihnen das Grußzeremoniell des Karate einzuüben. Für die Schüler war es ungewohnt, Grußformeln auf Japanisch zu sprechen und auf Knien sitzend sich mit einer Verbeugung zu begrüßen. Aber sie hatten erkennbar Spaß daran.

Nach einer Erwärmungsrunde ging es daran, den Schülern zu zeigen, wie man möglichst fest auf dem Boden steht um sich nicht so leicht wegschieben zu lassen. Mit sicherem Stand ging es dann in die ersten beiden Grundübungen, einem Fußtritt und einem Fauststoß. Auf den ersten Blick sieht so etwas leicht aus, doch merkten die Schüler schnell, dass die Koordination der Arme und Beine nicht ohne Übung hinzubekommen war. Das waren dann die Momente, in denen bei dem einen oder der anderen der Ehrgeiz erwachte. Dass auch die Zählungen zu den Übungen auf Japanisch gesprochen wurden und am Ende eines Laufs der zum Karate gehörende Kampfschrei, der „Kiai“, von allen gemeinsam ausgestoßen wurde, schien die Begeisterung der Schüler noch zu steigern.

Was bei den unteren Klassen noch ausgesprochen spielerisch anmutete, bekam in der zweiten Runde mit den Schülern der dritten und vierten Klassen schon etwas mehr Ernsthaftigkeit. Die von den Trainern geforderte Konzentration und die Anforderungen, die Körperkoordination wie verlangt auszuführen, lagen altersangemessen etwas höher. Die Schüler begannen eine Übung erst auf das Kommando des Trainers hin: „Hajime“ (初め = Anfangen!). Ebenso war das Übungsende erst dann gegeben, wenn der Trainer das Kommando gab: „Yame“ (止め = Beenden!). Aber auch diese Schüler waren schnell entflammt und hatten sichtbar Freude daran, die Übungen zu absolvieren.

Die größte Gruppe bestand aus Schülern der 5. bis 8. Klassen, die nach der großen Mittagspause zur fünften Stunde in die Halle kamen. Trotz der Altersspanne gelang es dem routinierten und erfahrenen Trainer Gert Krüger mit der Unterstützung seiner Assistentin Mandy Napierai, die Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler über die gesamte Einheit auf hohem Niveau zu halten. In diesen Altersgruppen wird die Neigung zur Egozentrik gelegentlich zu Lasten der erforderlichen Disziplin gepflegt. Nicht so in unserem Fall: Alle waren bei der Sache und motiviert.

Am Ende einer jeden Stunde erhielt jeder Schüler eine Urkunde, auf der seine Teilnahme an der Stunde bestätigt wurde, und einen Prospekt mit der Beschreibung der Übungen, die zuvor im Unterricht ausgeführt wurden. Dazu gab es auch einen Bogen mit einigen der im Karate gebräuchlichen Begriffe, Übersetzung und japanische Schriftzeichen inbegriffen.

Kata-Kader: Training in Hoppegarten

Von W. Strauß und B. Zenz

Am 27.01.2018 war der 2. diesjährige Trainingstag des KDB Kata-Kaders in Hoppegarten. Nicole Springer, die neue Kata-Landestrainerin, versammelte die Kadermitglieder zum Aufbautraining in den Räumen des SC Dynamo Hoppegarten e.V., in denen nun der neue Karate-Landesstützpunkt angesiedelt ist. Damit haben die Hoppegartener nunmehr zwei Landesstützpunkte in ihren Räumen: Karate und Ringen.

Mit der neuen Landestrainerin scheint im Kader nun auch ein anderer Trainingsstil eingezogen zu sein: Jedem Athleten wird ungeteilte Aufmerksamkeit und Respekt zu Teil. Nicole Springer achtet darauf, die einzelnen Teilnehmer mental in die Trainingssituation einzubeziehen und das individuelle Leistungspotential auch durch die Verstärkung der Motivation des Athleten zu steigern. Damit trägt sie dem Rechnung, was offenkundig ist: Technik allein ist eben nicht ausreichend.

Auf diese differenzierte Art des Umgangs miteinander reagiert das Kader prompt: Allen Athleten ist die damit entstandene gute Stimmung anzumerken. Und alle sind motiviert und arbeiten hart, um die Trainings-anforderungen zu erfüllen. Das gemeinsame Eingangsgespräch vor dem warm up dient der Reflexion der eigenen Situation. Dabei gelingt es Nicole Springer, den mentalen Fokus der einzelnen Athleten auf die bevorstehende Trainingseinheit auszurichten und die Wahrnehmung eines jeden zu schärfen, um die eigenen Schwachpunkte bei den Übungen besser zu erfassen. Das Kader soll konditioniert werden, die Schwachstellen ins Auge zu fassen und in Stärken zu verwandeln.

Der Kommentar von Kadermitgliedern: „Ich fand das anfängliche Gespräch als sehr angenehm und halte es für eine sehr gute Möglichkeit, auch die Schüler in die Gestaltung ihres Trainings einzubeziehen.“

Wir wissen heute, dass so genannte Negativforderungen in der Praxis oft den gegenteiligen Effekt bewirken, weil sie den unbewussten Apparat auf Unterlassung, Verhinderung ausrichten: „Tu das nicht! Unterlasse jenes!“ Die Absicht, Fehler zu vermeiden, verwandelt sich in einen Boomerang: Das Kind, ängstlich bemüht die Tasse nicht fallen zu lassen, lässt die Tasse fallen.

Statt dessen setzt die Kadertrainerin auf zielgerichtete Handlungsanweisungen und Erläuterungen, die das Verständnis der geforderten Techniken ermöglichen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entstehen lassen, die geforderte Leistung mit der Mobilisierung des eigenen Kraftreservoirs zu erbringen.

Kommentar von Kadermitgliedern: „Diese Art von Kritik habe ich sehr positiv empfunden.“

Ein wesentlicher Aspekt jeden Kadertrainings ist für die Kadertrainer, die Athleten zu motivieren, an allen Tagen der Woche zu Hause und im Verein hart zu trainieren und dieses Heimtraining im Kadertraining zu überprüfen und zu korrigieren und auf auftretende Schwierigkeiten einzugehen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, ist der Kadertrainer auf die Unterstützung der Vereinstrainer angewiesen, die sich um die Trainingsinhalte zwischen zwei Kadertrainingsterminen bemühen müssen.

Um den Athleten kompetent zur Seite stehen zu können, ist die Abstimmung der Arbeit der Vereinstrainer mit der Kadertrainerin unerlässlich. Einige Trainer haben inzwischen begonnen, sich diesen Teil ihrer Aufgaben zu eigen zu machen und kooperieren. Manch anderer hat da möglicherweise noch ein Motivations- oder Kognitionsdefizit.

Die Kadermitglieder waren am Ende des zweiten Kadertrainings 2018 nach drei Stunden erschöpft, aber hoch zufrieden. Die Nachfrage ergab, dass „die fröhliche, wenn auch bestimmte Art und Weise“ und „ein sehr persönliches, angenehmes Klima“ für die Ursache der Zufriedenheit gehalten wird.

Das Training wurde als „anstrengend“ eingestuft, die starke Präsenz der Landestrainerin während der Übungen wurde als ursächlich zur Mobilisierung aller Kräfte gesehen.

Nicole Springer ist sich im Klaren darüber, dass sie erst am Anfang des Aufbaus eines gesamtbrandenburgischen Kaders steht. Die Talente sind in den einzelnen Vereinen dieses weitläufigen Landes mit seinen weiten Wegen zu entdecken. Für diese Aufgabe benötigt sie die Unterstützung der einzelnen Vereine.

Dabei ist ihr der günstige Standort des Landesstützpunktes Hoppegarten mit seiner vergleichsweise zentralen Lage schon eine Hilfe. Er liegt an der BAB 10, dem östlichen Berliner Ring, AS 4, und wird sowohl von der B 1 wie der B 5 durchzogen und ist für die meisten Vereine günstig zu erreichen.

Damit sind gute Voraussetzungen gegeben, dass die Landestrainerin mit dem Kader auf gutem Wege ist, die Talente aus allen Teilen der Region zu sammeln und zum Erfolg zu führen.