Let’s have a party …

Der Brandenburg-Tag 2021 des KDB in Bestensee

Das große Sommerevent des KDB, der „KDB-Tag“ aller Brandenburger Karatevereine, fand am 14. August 2021 zum sechsten Mal in Folge mit über 160 Teilnehmern in Bestensee statt.

KDB-Präsidentin Manja Lenk begrüßte gegen 10:00 Uhr die Karateka, die sich in der Halle der Bestenseer Landkostarena voller Vorfreude auf die kommenden Stunden einfanden. Dann begannen die unterschiedlichen Veranstaltungen, die alle die verschiedenen Seiten des Karate spiegelten.

Kata-Landestrainer Christian F. Karohs versammelte in Halle 1 fast alle Gürtelfarben, um ihnen drei Dinge beizubringen, die ihnen helfen sollen, ihre Kata-Performances zu verbessern. Bei Marc Puhlmann begannen fast alle erschienenen Kinder – und das waren beim diesjährigen KDB-Tag deutlich mehr als je zuvor – den Tag mit einem sogenannten „Kinder-Spezial“ zum Thema „Selbstverteidigung“. Das schien genau ihr Thema zu sein und es wurde den gebannt lauschenden Kindern so anschaulich von Marc Puhlmann nahegebracht, dass sie das Gesehene mit beeindruckender Konzentriertheit umzusetzen versuchten.

Das Thema „Kinder und Karate“ war einer der Schwerpunkte dieses Jahres. Nach den pandemiebedingten Einschränkungen seit 2020 und dem langen faktischen Lockdown zwischen November und Mai dieses Jahres sollte in besonderem Maße den Interessen der Kinder Rechnung getragen werden. Unstrittig haben sie den größten Teil der sozialen Kosten in dieser Situation zu tragen: Isoliertes Schulgeschehen vor dem Laptop zu Hause und der weitgehende Wegfall der wichtigen sozialen Kontakte mit anderen Kindern und Erwachsenen.

Marc Puhlmann und Thomas Schulze, der die Kinder zu einer Grundschul-Einheit einlud, haben auf diese Weise mit ihren Angeboten auf die Lage der Kinder reagiert. Auch Thomas Schulze führte die Kinder mit pädagogischem und didaktischem Geschick durch sein Programm. Der Ansturm der Kinder war enorm!

Am Vormittag war aber ebenso ein „Techniktraining“ von Marvin Mauer, dem Kumite-Landestrainer, für alle an Kumite Interessierten zu besuchen, um auch jenen, deren Präferenz bei Kata liegt, das Kumite ein wenig näher zu bringen. Ebenfalls vor der Mittagspause waren die Erwachsenen eingeladen, sich von Marc Puhlmann über verschiedene Techniken der Selbstverteidigung vertiefend unterrichten zu lassen. Und wie in jedem Jahr schwang auch diesmal Mathias Gäbel den Säbel: Alle Teilnehmer dieses Kurses hatten ihre Bokken, die den Samuraischwertern nachgebildeten Holzwaffen, mitgebracht und übten damit, während Landes-Kampfrichterreferent Peter Ludwig sich in zwei Einheiten um die Dan-Anwärter bemühte, um sie in die Geheimnisse des Kampfrichtens einzuführen.

Der Höhepunkt jedes KDB-Tages liegt in der Ehrung von Vereinen, in denen besonders ehrungswürdige Ereignisse zu verzeichnen sind, und von Athleten, deren Leistungen und Erfolge außergewöhnliche Beachtung und Anerkennung verdienen.

Zunächst begrüßte Präsidentin Manja Lenk den SG Grün-Weiß Schlepzig e.V. aus Schlepzig und Fudo-Shin Dojo e.V. aus Groß-Glienicke als neu hinzugekommene Vereine im Landesverband.

Darauf folgte die öffentliche Bekanntmachung der Bestätigung der drei Brandenburger Karate-Landesleistungsstützpunkte durch das KDB-Präsidium. Dazu gehören, wie in der Vergangenheit auch schon, der 1. BKSV e.V. in Brandenburg a.d.H. mit dem Trainingsschwerpunkt Kumite und der HSV e.V. in Cottbus mit dem Trainingsschwerpunkt Kata. Der Dritte im Bunde ist der neu hinzukommende SC Karate Bestensee e.V. in Bestensee mit dem Trainingsschwerpunkt Kata.

Das Präsidium des Landesverbandes ehrte am 14. August 2021 zu ihrem 30jährigen Gründungsjubiläum den Eberswalder Karateverein „Eber-Kan“ e.V., den Budokan Herzberg e.V., den Shotokan Karate Dojo Senftenberg e.V. und den Karate-Verband Lausitz e.V., und zu ihrem 25jährigen Gründungsjubiläum den 1. BKSV e.V. aus Brandenburg und den Woltersdorfer Nikko Dojo e.V. mit der Ehrenplakette des Bundesverbandes DKV in Silber und Gold, die ihnen von Präsidentin Manja Lenk, Vizepräsident Bodo Pippel und Ehrenpräsident Marc Puhlmann überreicht wurden.

Die Temperatur in der Landkostarena Bestensee war mittlerweile gestiegen, so dass trotz größtmöglicher Durchlüftung nach der Ehrung alle in die Pause strebten. Das Bistro der Bestenseer bot wie in jedem Jahr eine Fülle von Erfrischungen, Stärkungen und Gebäck. Ob Würstchen, Papageienkuchen oder Kaffee und Mineralwasser, jeder konnte genug für seinen Geschmack finden und sich draußen auf dem Rasen entspannen.

Der Nachmittag begann mit einer weiteren Kata-Einheit mit Christian F. Karohs für alle, die sich um stabilen Stand und Unterkörper sorgen. Olav Büttner bot eine Einführung in das Kumite für Anfänger und Mathias Gäbel und Frank Isselborg fühlten gemeinsam im Wado-Ryu bei ihren Teilnehmern den Vitalpunkten auf den Grund. Den Abschluss bildeten Gert Krüger mit Aspekten der Selbstverteidigung im Bunkai, Marvin Mauer, der für aktives und passives Kampfverhalten im Kumite sensibilisierte und schließlich Frank Isselborg, der mit Qi Gong einen entspannenden Abschluss bot.

Nach einer Trainerfortbildung mit Dr. Lars Draack beschloss Stilrichtungsreferent Stanley Schulze das Programm mit einem Prüfertreffen.

Am späten Nachmittag war die Luft immer noch aufgeheizt trotz Lüftung, den Aktiven rann der Schweiß, und die Gis waren einfach nass. Einige Kinder waren schon vor dem offiziellen Ende erschöpft nach Hause gegangen, und die Athleten, die bis zum Schluss durchhielten, erholten sich vor der Rückreise am Bestenseer Bistro. Nach den vielen Monaten erzwungener Pause brachte der Tag vielen das altbekannte Gefühl, durch Anstrengung zu Spaß und Befriedigung gekommen zu sein.

“Der KDB fühlt sich glückselig!”

“Der Karate Dachverband Land Brandenburg e.V. (KDB) fühlt sich glückselig.” von Manja Lenk am 18. Mai um 09:24 auf KDB-facebook:

Endlich wieder richtiges Training! Nach monatelanger Zwangspause läuft das Training in den Brandenburger Karatevereinen wieder an. So wie gestern Abend in Bestensee. Zunächst hatten die Kleinsten ihren Spaß. In drei Gruppen aufgeteilt wurde Karate geübt, gespielt und gelacht. Jede Gruppe mit Trainer*in, teils sogar Co-trainier*in.
Auch die Erwachsenen kamen auf ihre Kosten. Alle waren froh, endlich mal wieder mit Sportsfreunden aus Fleisch und Blut zu trainieren und nicht mehr nur am Bildschirm. Unser Stilrichtungsreferent im Shotokan Stanley Schulze leitete die Stunde und wiederholte behutsam einige Grundlagen im Stellungs- und Techniktraining. Durchaus etwas kniffliger wurde es, als die Heian-Shodan mit Gyaku-Techniken gelaufen wurde, wobei Stanley vor allem Wert auf eine starke Gyaku-Drehung und eine hohe Innenspannung in der Stellung legte.
Wir wünschen allen Karateka beim Wiedereinstieg ins Training viel Freude und unseren Vereinsleitern, Trainern und Referenten (weibliche Form immer mit eingeschlossen 😉) gutes Gelingen!!

“Beim ersten Mal wollte ich nur zuschauen!”

Interview mit Anne Elias

Anne Elias ist Trägerin des ersten Kyu und bereitet sich derzeit auf die Prüfung zum ersten Dan vor, was in Zeiten der Pandemie nicht gerade einfach ist. Sie ist seit elf Jahren Mitglied in unserem Verein und verfügt über eine langjährige Wettkampferfahrung aus vielen Turnieren, an denen sie erfolgreich teilgenommen hat. Anne trainiert die Wettkampfinteressierten unseres Vereins im Kata und ist ihr verantwortlicher Coach bei den Wettkämpfen. Vor drei Jahren bereits hat sie die Trainer-Ausbildung durchlaufen und besitzt seitdem die C-Lizenz als Wettkampftrainerin. Vor wenigen Tagen hat sie die letzten Abiturprüfungen mit Bravour abgelegt und wird im kommenden Wintersemester ihr Studium beginnen. – Die Fragen stellte Wolf Strauß.

Wie kamst Du als Jugendliche zum Karate?

Anne: Zum 20-jährigen Jubiläum der Bestenseer Sportgemeinschaft 2010 bot der SC Karate Bestensee ein Probetraining an, bei welchem ich allerdings lieber zuschauen wollte. Nach der anschließenden Vorführung fand ich Karate dann doch spannend und kam am nächsten Montag zum Schnuppertraining. In den Verein eingetreten bin ich dann nach den Sommerferien, als ich in die zweite Klasse kam.

Worin gründet Dein besonderes Interesse an Kata?

Anne: Das lag an der Trainersituation als ich Orange- oder Grüngurt war. Da David das Training für die Jugendlichen übernommen und vorrangig Kata mit uns trainiert hat. Da es auch keinen anderen Trainer gab, der Kumitetraining gegeben hätte, blieb ich bei Kata und es macht mir bis heute am meisten Spaß.

Wie kam es dazu, dass Du schon als Jugendliche die Ausbildung zur Wettkampftrainerin absolviert hast?

Anne: Ich wurde gefragt, ob ich das Kindertraining übernehmen möchte und da ich gerne anderen helfe und mein Wissen weitergebe, habe ich zugestimmt. An meine Trainer C-Breitensportausbildung habe ich die Leistungssportausbildung angeschlossen, um Mandy zu unterstützen und das Training weiterzuführen als sie zum Studium ging.

Was ist für Dich das Wichtigste am Karatesport?

Anne: Die Mischung aus Tradition, bei der Begrüßung oder der Geschichte des Karate, und moderner Sportlichkeit, die man u.a. auf Wettkämpfen erlebt. Auch die Vielfalt der Kampfkunst (Kata, Kumite, Selbstverteidigung oder Kobudo, der Kampf mit Waffen), welche man beispielsweise zum KDB-Tag entdecken kann und der Aspekt, dass man immer neues lernen kann, wie etwa eine neue Kata, machen für mich das Karate aus.

Was erwartest Du von Deinen jungen Karateka, die Du trainierst?

Anne: Ich erwarte, dass sie im Training aufmerksam sind und das Quatschen mit den Freunden auf die Trinkpausen und die Zeit vor und nach dem Training verschieben. Die höher graduierten Karateka sollten vor allem vor wichtigen Ereignissen, wie einer Kyu-Prüfung oder einem Wettkampf, auch Zuhause trainieren und regelmäßig zum Training kommen, um Fortschritte zu erzielen. Aber natürlich sollte der Spaß am Karate, der Wunsch der Kinder Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln im Vordergrund stehen.

Welche Bedeutung hat für Dich die formale Etikette im Shotokan, unserer Stilrichtung?

Anne: Ich finde die Tradition des Shotokan sehr wichtig, da Karate eine Kampfkunst mit bestimmter Etikette und nicht nur ein Wettkampfsport ist. Daher bin ich dafür diese Tradition schon in der Krabbelgruppe zu vermitteln. Außerdem habe ich mich mit diesem Thema auch in meiner Facharbeit in der neunten Klasse beschäftigt.

Wie wichtig ist es für Dich, dass die Karateka auch Spaß an ihrem Sport haben?

Anne: Sehr wichtig, denn ohne Spaß im Training wären sicherlich nicht so viele Karateka in unserem Verein wie es heute sind. Dieser Spaß wird besonders bei den Kindern durch abwechslungsreiches Training, wie ich es in meiner Seminararbeit untersucht habe, erzielt. Dazu gehört für mich auch ein Abschlussspiel, bei dem sich die Kinder nach dem kognitiv anstrengenden Training nochmal austoben können und es dadurch auch mal etwas lauter werden kann, was für einige vielleicht nicht so zur Etikette im Shotokan passt.

Was wünschst Du Dir für die nächste Zeit in unserem Verein?

Anne: Ein regelmäßiges Training und kein weiterer Trainerwechsel, so dass ich hoffentlich in diesem Sommer meinen ersten Dan machen kann.

Das erste Onlinetraining ist gemeistert ;-)

Obwohl es als Kader-Training beschrieben wurde, war die Einheit von Gina Marie Mauer und Tom Esslinger wirklich sehr anfängerfreundlich und gut, um nach dieser langen Trainingspause wieder reinzukommen (die eine Stunde hat dabei völlig ausgereicht!). Nach einer Erwärmung mit Reaktionsübungen wurden die Techniken Kizami-Zuki und Gyaku-Zuki erst einzeln und dann in Kombination geübt. Auch der Mawashi-Geri wurde trainiert und anschließend alle Techniken in einer weiteren Reaktionsübung kombiniert. Zum Schluss folgte dann noch eine kurze aber auspowernde Konditions- und Kraftrunde. Während des Trainings konnten die Trainer gut auf die Techniken der Teilnehmer eingehen und diese korrigieren (Eine eingeschaltete Webcam war aber nicht Pflicht).
Wir freuen uns auf die Fortsetzung des Trainings.

Von Anne & Jakob Elias

Klettern in Bad Saarow

Der Himmel über Bad Saarow war am 20. September wolkenlos und die Temperatur stieg bis zum Mittag auf 22° bis 23° C. Das war für die Kletterer des SC Karate Bestensee e.V. ideal, um sich im Sicherheitsgeschirr von einem Baum zum nächsten zu hangeln.

Es waren viele angereist und sie hatten auch viele Familienmitglieder und auch Freunde mitgebracht. Insgesamt waren fast siebzig Mitglieder und Begleiter gekommen.

Die meisten gingen nach oben und genossen den Nervenkitzel, in über zwölf Metern Höhe auf schaukelnden Seilen und wackeligen Bohlen zu balancieren. Praktisch war es unmöglich abzustürzen. Die maximale Fallhöhe betrug ca. einen Meter. Wer tatsächlich einmal abrutschte käme nicht weit und würde dann am Geschirr hängen, das am Sicherheitsseil befestigt war. Die Gedanken der Menschen folgen aber weit eher der ungesicherten Alltagswahrnehmung als der reflektierten Logik der Physik.

Wer aber es schafft, sein flaues Gefühl zu überwinden, den erwartet ein wahrer Schauer der Glückshormone: Die Neurotransmitter toben sich im eigenen Körper aus.

Für die Kleinsten galt es, den Kleinkindparcour zu bestehen. Dort waren die Seile in einer Höhe von etwa einem halben Meter gespannt, damit auch jene, die eine Griffhöhe von weniger als einundeinhalb Metern erreichten, das beglückende Klettergefühl haben konnten.

Nicht wenige gönnten sich mehrere Runden, die jüngsten an ihrem Parcour sowieso.

Doch Bewegung macht durstig und hungrig. Wer nicht mehr wollte oder nicht mehr konnte kam zum Tipi unter den Bäumen. Dort hatten die Nichtkletterer den Grill angeheizt und die mitgebrachten Salate und Kuchen auf dem Zelttresen aufgebaut.

Große Würste, kleine Würste, Rinder- und Geflügelsteaks warteten auf die Hungrigen. Alle wurden satt.

Die restaurative Erholung nach dem Rausch der Höhe erzeugte eine entspannte und unterhaltsame Atmosphäre.

Ein besonderer Dank gebührt den vielen Helfern unter den Teilnehmern, die entscheidend zum Gelingen unseres Kletterabentheuers beigetragen haben.

KDB-Tag in Bestensee

Der KDB-Tag fand am 5. September nun zum fünften Mal in Folge in Bestensee statt. Die Veranstaltung stand – wie könnte es anders sein – in diesem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie. Das bedeutet, dass ein mit der Gemeinde Bestensee vereinbartes Hygiene-Konzept einzuhalten und etwas weniger Teilnehmer zu verzeichnen waren als in den vorangegangenen Jahren. Immerhin waren es am Ende dann doch über 120 Karateinteressierte aus allen Teilen Brandenburgs, die in Bestensee zusammengekommen waren.

Die Landestrainer gaben mehrere Einheiten Wettkampf-Training, die an diesem Tag für alle Interessierte geöffnet waren. Jeder der wollte, hatte da Gelegenheit auch einmal am Training auf Kader-Niveau teilzunehmen. Christian Karohs führte das Kata-Kader und Marvin Mauer wurde von Bodo Pippel im Kumite-Kader unterstützt. Als erste Einheit des Tages hatte Christian allerdings den Reigen mit einer Kata- Einheit für alle Jahrgänge U 14 durchgeführt.

Axel Böger und Mandy Napierai frischten alle Jahrgänge U14 mit einer zünftigen Kihon-Einheit auf und Gert Krüger nahm sich der Kinder gleich zur Eröffnung in einem Spezial an. Dan-Anwärter und Kampfrichterinteressierte wurden von Olav Büttner im KaRi-Lehrgang versammelt, während Lars Draack nachmittags sich um die Trainerfortbildung kümmerte.

Für Neugierige hielten Gert Krüger und Nicole Springer mit Thomas Züllich „Die andere Kata“ bereit. Das Highlight zum Abschluss bildete, wie so oft in den vergangenen Jahren, die von Mathias Gäbel durchgeführte Einheit „Bokken“, dasTraining mit dem japanischen Holzschwert.

Zu Beginn der Mittagspause begrüßte der Bestenseer Bürgermeister, Klaus-Dieter Quasdorf, die versammelten Athleten und den KDB und gratulierte dem SC Karate Bestensee zum 30jährigen Gründungsjubiläum. Manja Lenk und Bodo Pippel gratulierten im Namen des Landesverbandes und überreichten eine „Ehrenplakette in Silber mit Gold“ – wie es in der Urkunde heißt – des Bundesverbandes DKV für die von so vielen engagierten Mitgliedern im Verein geleistete Vereinsarbeit.

Angesichts der guten, von ihr geleisteten Arbeit als Landestrainerin würdigte Manja Lenk im Namen des KDB Nicole Springer, die im August das Kata-Kader an Christian Karohs übergeben hat.

Den durch die Corona-Pandemie notwendig gewordenen Einschränkungen zum Trotz wurde auch der diesjährige KDB-Tag ein Erfolg. Die Teilnehmer freuten sich über die Möglichkeit, sich in den Pausen und nach dem offiziellen Ende entspannt auszutauschen und den Tag mit dem Genuss der Kleinigkeiten des Bestenseer Imbiss bei guter Laune ausklingen zu lassen.

30 Jahre Karate (in) Bestensee

Die „Hamburger Turnerschaft von 1816“ ist vermutlich der älteste ununterbrochen bestehende Sportverein der Welt und somit 204 Jahre alt.

Dagegen ist der SC Karate Bestensee e.V. ein junger Verein. Das Durchschnittsalter seiner Mitglieder ist 18 Jahre, die jüngsten von ihnen sind gerade vier Jahre alt. Und 18 Mitglieder sind sogar älter als der Verein selbst, der in diesem Jahr 30 Jahre alt wird.

Er wurde am 25. September 1990 in Bestensee gegründet, acht Tage vor dem Zusammenschluss der beiden Teile Deutschlands. Es war die Wende, die damals die Möglichkeiten für die Bildung freier Vereine eröffnete. Karate war in der DDR zwar nicht formal verboten, aber auch nicht erwünscht und wurde nicht gefördert. Folglich war vor der Wende an einen Verein, insbesondere an einen, der nicht unter Staatsaufsicht stand, gar nicht zu denken.

Als im Oktober 1990 der SC Karate Bestensee in das Vereinsregister eingetragen wurde, war Bestensee bereits eine Gemeinde im Land Brandenburg, das am Tage der Vereinigung neu gegründet worden war.

Das Training begann in der Turnhalle der damaligen Schule. Sie ist mittlerweile verschwunden und durch die neue, größere und sehr gut ausgestattete Halle der Landkostarena ersetzt worden.

Aller Anfang ist schwer – und wie lernt man Karate, woher bekommt man einen Trainer, wie organisiert man einen Verein, wo kann man trainieren? Trainer aus anderen Vereinen kamen zu Lehrgängen nach Bestensee und langsam begann das Turnierleben auch in Brandenburg. Bei den 1. Jugend- und Juniorenmeisterschaften des Landes 1993 erreichten einige Bestenseer Karateka bereits die Siegerpodeste.

Die formalen Dinge für Vereinsgericht und Finanzamt sind erlernbar, ebenso einen Raum zu besorgen, der die Mitglieder zum Training aufnehmen kann – die Gemeindeverwaltung hilft mit der Vergabe der Hallenzeiten.

Gibt es Unterschiede zwischen einem Verein im Westen und einem in den vor dreißig Jahren hinzugekommenen Bundesländern? Anfangs gewiss, denn die Situation hier unterschied sich nach 40 Jahren der Trennung doch von der in den Altländern.

Heute sind diese Unterschiede nivelliert und spiegeln eher regionale Besonderheiten: Mundartliche Eigenheiten von Brandenburgern und Rheinländern werden nicht anders bewertet als die von Schwaben und Friesen, die Verkehrsformen gar zeigen kaum Abweichungen, wie man auf den Turnieren in den verschiedenen Regionen Deutschlands feststellen kann.

Der Umbruch der Wende hat neue Strukturen hervorgebracht, in der Gesellschaft, in der Verwaltung, im Alltag. Im Laufe der Zeit laufen sich diese Dinge ein und der Verein beginnt, sich zu entwickeln. Es kommen mehr Interessierte hinzu, darunter auch Kinder. Anfangs ist man skeptisch, ob Kinder die speziellen Anforderungen des Karate an die Disziplin und die traditionelle Etikette erfüllen können.

Karate entstammt nicht nur einer ganz anders geprägten Kultur, sondern war in seiner traditionellen Form als japanische Kampfkunst auch Ausdruck eines philosophisch rationalisierten, hierarchischen, autoritären Selbstverständnisses der Gesellschaft Japans vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Praxis im Verein zeigt jedoch, dass Kinder durchaus lernen, mit zeremoniellen Übungen umzugehen und zugleich Karate als Sport aufzufassen, der geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Fairness und Toleranz. Karate als Sport in einem gemeinnützigen, ehrenamtlich betriebenen Verein ist keine Lizenz zum Prügeln in freier Wildbahn. Das zu akzeptieren ist überhaupt die Voraussetzung, um beim SC Karate Bestensee e.V. mitzumachen.

Zu den unabdingbaren Regeln des Sports gehört, dass es im Karate keinen ersten Angriff gibt! Auf japanisch liest sich das: 二、空手に先手無し 。(Gesprochen: karate ni sente nashi!)

Karateka – so werden die genannt, die diesen Sport betreiben – berichten, dass sie umso weniger in „kritische Situationen“ geraten, je länger sie den Sport betreiben.

Gegen Ende der Neunziger Jahre begann die kooperative Partnerschaft mit der Dabendorfer Karatevereinigung Makoto e.V.: In den Sommerferien wurden seitdem gemeinsam für Kinder und Erwachsene einwöchige Zeltlager organisiert. Das bedeutet fünf Tage Training und für die, die sich danach ausreichend vorbereitet fühlen, auch eine Prüfung, um die nächste Stufe in der Graduierung des Karate zu erklimmen.

Der SC Karate Bestensee e.V. wächst in den kommenden Jahren und auch der lokale Einzugsbereich, aus dem die Vereinsmitglieder kommen, wächst beständig. Zusätzlich zum Breitensport für Groß und Klein entsteht auch eine kleinere Gruppe von Wettkämpfern. Sie nehmen an regionalen und überregionalen Turnieren teil und einigen dieser Karateka gelingt es, in das Brandenburger Landeskader aufgenommen zu werden und internationale Wettkämpfe zu bestreiten. Ein- oder zweimal im Jahr finden Lehrgänge zu den verschiedenen Themen statt.

Im Verlaufe der Zeit werden die Kontakte zur benachbarten Schule gepflegt. An den Projekttagen werden immer wieder mit den Schülern Karate-Einführungen veranstaltet, kräftig unterstützt von den Kindern, die bereits Mitglieder des Vereins sind.

Bestensee wird auch mal für die Durchführung der Landesmeisterschaften ausgewählt und richtet immer wieder einmal den mittlerweile traditionellen, sogenannten „KDB-Tag“ aus, bei dem der brandenburgische Karate Landesverband die Vielfalt und das Leistungsniveau dieser Sportart in Brandenburg mit vielen verschiedenen Einzelvorstellungen präsentiert.

Und last but not least wird Bestensee ab dem August 2020 das monatlich stattfindende Training des Kata-Landeskaders beherbergen.

Einen Ost-West-Unterschied nach dreißig Jahren haben wir am Schluss aber doch noch gefunden: Nach soziologischen Untersuchungen gibt es gemessen an der Zahl der Mitglieder eines Vereins in den Ost-Vereinen mehr Aktive als in West-Vereinen. Die haben mehr passive Mitglieder. Und das gilt nicht nur im Karate, sondern für alle Sportvereine. Sogar für die „Hamburger Turnerschaft von 1816“!