Krav Maga? – Was ist das?

Was ist „Krav Maga“? Am 17.02.2018 veranstaltet der SC Karate Bestensee e.V. einen Lehrgang mit Gert Krüger. Das Thema: Selbstverteidigungs-Karate im Vergleich zu Krav Maga. Wer sich unter Karate-Sportlern umhört, stößt häufig auf ein verwundertes: „Krav Maga? Was ist das?“

Sucht man beispielsweise auf Google nach einem Krav Maga Weltmeister oder wenigstens nach einem Deutschen Meister oder überhaupt einem Turnier, so wird man nicht fündig. Athleten, die ihre Disziplin als Sport verstehen, sind hier mit etwas ganz anderem konfrontiert.

Wer sich auf YouTube Videos zum Thema ansieht bekommt zunächst erst einmal den Eindruck, hier wird es ernst, hier wird tatsächlich hingelangt, hier tut es richtig weh! So ganz falsch ist dieser erste Eindruck auch nicht. Was in den Videos gezeigt wird, geht weit über das vertraute (!) Kumite hinaus.

Es erinnert den kundigen Karateka an die Geschichten aus der Anfangszeit des Karate in Okinawa. Dort hat niemand an Ranglisten oder Premier League Turniere gedacht. Es ging um Verteidigung gegen einen unerbittlichen, bewaffneten Feind. Und nach Möglichkeit sollte die erste Technik damals den Gegner final ausschalten.

Auf Okinawa wurden Kampftechniken geübt. Mit der Ausbreitung des Karate in Japan wurde Karate zur Kampfkunst stilisiert. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich langsam daraus ein Sport. Und es bedurfte großer Anstrengungen, wettkampfgeeignete Zweikampfregeln zu finden, um den Gegner nicht gleich beim ersten Kontakt umzubringen.

Bei Krav Maga denken Karateka unwillkürlich an Okinawa. Und in der Tat ist es auch kein Sport, sondern eine aus Versatzstücken vieler Disziplinen entwickelte Art, sich im wirklichen Leben in hochgefährlichen Situationen angemessen zu behaupten.

Kampfsportler wissen, dass sich Angreifer abseits des Sports an keine Regeln halten. Echte Angriffe sind keine Partnerübungen. Und die Ästhetik einer Kata interessiert keinen Angreifer.

Krav Maga war aber auch nicht das Ergebnis theoretischer Überlegungen am Schreibtisch, sondern entwickelte sich aus der Not der Praxis. Die Anfänge reichen zurück bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als sich jüdische Bürger zu Selbstschutzgruppen zusammenfanden. In den oft harten Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Antisemiten galt es, alle Techniken einzusetzen, die Erfolg versprachen: Ringen, Boxen, Jiu Jitsu, und vieles mehr. In Israel wurde Krav Maga an die Erfordernisse des Kampfes in der Armee, der Polizei und für Zivilisten angepasst. Es wird mittlerweile international in vielen bewaffneten Organisationen trainiert und hat sich in neuerer Zeit auch für den Zivilbereich als Selbstschutz etabliert.

Im Lehrgang mit Gert Krüger am 17. Februar werden Schnittpunkte und Unterschiede und natürlich auch die verschiedenen Ideen, die hinter Karate und Krav Maga stehen, behandelt werden. Er ist Träger des 5. Dan im Shotokan-Karate, Gewaltschutz- und Selbstverteidigungslehrer und langjähriger Ausbilder des SEK, der GSG 9 und des KSK der Bundeswehr. Es wird also ein spannender und hochinteressanter Lehrgang der etwas anderen Art werden, bei dem die Teilnehmer von der langjährigen internationalen beruflichen Erfahrung des Dozenten profitieren werden.

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Ausschreibung

Landesmeisterschaft 2017 in Bestensee

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In diesem Jahr hatte der SC Karate Bestensee e.V. die Ausrichtung der offenen Landesmeisterschaft Brandenburg übernommen. Veranstalter war wie immer der Karate Dachverband Land Brandenburg e.V. (KDB).

Es gab in der Bestenseer Landkostarena 239 Starts von insgesamt 175 Athleten aus 28 Vereinen. Dies war die seit langer Zeit am stärksten von Athleten besuchte Brandenburger LM. Neben den Brandenburgern waren Athleten auch aus Berlin, Hamburg, Sachsen und Rheinland-Pfalz angetreten.

Bereits am Abend zuvor war die Halle wettkampfgerecht hergerichtet worden. So wurden drei Tatami aufgebaut, auf denen die Kämpfe ausgetragen wurden. Dazu wurden die Kampfrichtertische aufgestellt und ein Platz für den Arzt vorbereitet. Auch die Technik (Lautsprecher, Mirktofone, etc.) wurde richtig positioniert.
Die Landesmeisterschaft verlief auf Grund der umsichtigen Organisation des SCKB ohne Zeitverzögerungen oder Zwischenfälle.

Der SC Karate Bestensee meldete 14 Athleten zum Start, unter anderem zwei Kata-Teams der Herren in der Altersklasse Ü 40 und Ü 50. Diese traten gegen zwei entsprechende Teams der befreundeten Karatevereinigung Makoto e.V. aus Dabendorf an. Da es in dieser Kategorie nicht genügend Nennungen gab, legte die Wettkampfleitung des KDB beide Altersklassen zusammen. Großen Jubel gab es dann für die „etwas älteren“ Herren bei der Siegerehrung:

1. Platz: SC Karate Bestensee mit Reinhard Bischof, Sven Strobel und Torsten Ullerich,
2. Platz: SC Karate Bestensee mit Bernd Schüler, Ron Wolff und Gert Krüger,
3. Platz: KV-Makoto mit Matthias Stenzel, Micha Seelig und Tino Rischer sowie ebenfalls
3. Platz: KV-Makoto mit Ronny Quappe, Guido Schielke und Marcus Hillesheim.

Unsere jüngeren Bestenseer Athleten waren nicht ganz so erfolgreich wie die Kata Teams, haben aber Stärke in ihren  Leistungen gezeigt und zwei Dritte Plätze erreicht. Anzumerken ist, dass die Landesmeisterschaft ein hohes Niveau hatte und hier die Besten des Landes Brandenburg gegeneinander antraten.

Während des spannenden Wettkampfs bestand wie bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit auch schon die Möglichkeit, ein Stück leckeren Kuchen, ein Brötchen oder verschiedene Salate zu essen. Auch die Fleischliebhaber wurden am Grill mit Bratwürsten oder Steaks versorgt.

Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer aus unserem Verein und dem Partnerverein, KV Makoto Darbendorf e.V., die beim Auf- und Abbau halfen und als Tischbesatzungen aktiv waren. Ganz besonders aber gilt der Dank den Teams am Imbiss und am Grill und vor allem Tina Reimann, die die Versorgung der Gäste und Athleten organisierte.

Die Landesmeisterschaft war ein voller Erfolg und wir hoffen auf weitere erfolgreiche Events.

Bestensee in Berlin

Der SC Karate Bestensee war am 16. April in der Hauptstadt. Die Bestenseer besuchten einen Lehrgang mit den beiden langjährigen Bundesjugendtrainern Schahrzad Mansouri und Sigi Hartl. Nach fünf Stunden anspruchsvoller Übungen waren die Teilnehmer erschöpft und zufrieden.

Mit 14 Teilnehmern fuhr der Verein nach Berlin, nicht mitgerecht die Eltern, die ihre Kinder begleiteten. Eingeladen hatten die beiden international bekannten Frankfurter Sigi Hartl und Schahrzad Mansouri. Beide sind vielfache World-Cup-Sieger und deutsche Meister, beide tragen den 5. Dan. Sie arbeiten seit über zwei Jahrzehnten als erfolgreiche Trainer. Vor allem diejenigen, die das erste Mal einen Lehrgang der beiden besuchten, waren besonders gespannt.

Nach der Erwärmung wurden die Karateka unterteilt: Anfänger und Mittelstufe bildeten eine Gruppe, Oberstufe und Danträger die andere. Dann begann die Arbeit: Es wurden einzelne Techniken geübt, in Partnerübungen vertieft und anschließend im Zusammenhang als Kata gelaufen.

Derartige Praxislehrgänge helfen den Athleten bei der Korrektur von Fehlern, die sich im Laufe der Zeit bei allen einschleichen. Sie geben aber dem Einzelnen auch Hinweise zur Verbesserung seines Trainings. Und letztlich ist es erfrischend, gelegentlich von einem anderen als dem vertrauten Trainer des eigenen Vereins sich etwas abgucken zu können. Die Bestenseer Braun- und Blaugurte waren froh, sich für diesen Lehrgang entschieden zu haben.

Kinder sehen die Sache natürlich noch aus einer ganz anderen Perspektive: Macht der Lehrgang Spaß, treffe ich andere Kinder, die ich kenne, kann ich den Anweisungen des Leiters gut folgen, sind vertraute Betreuer in der Nähe?

Die Bestenseer Kinder fühlten sich ganz offensichtlich wohl. Sie schafften es, die Übungseinheiten konzentriert mitzumachen, auch wenn es am Ende anstrengend wurde. Drei Stunden Training kosten Kraft und Konzentration, auch wenn es Pausen zwischendurch gab.

Zum angenehmen Gefühl trug die von den Berliner Architekten Inken und Hinrich Baller errichtete Halle der Schöneberger Spreewald-Grundschule bei. Durch viel Glas und warmes Holz im Interieur entsteht ein wohliger, von Licht durchfluteter Raum, in dem man sich gern bewegt.

Gegen Mittag sorgten auch die Nachrichten vom Arawaza Cup aus Halle an der Saale für steigende Stimmung. Auf dem mit über 800 Startern stark besuchten Champions League Turnier holten die Kata-Kader der Wettkampfgruppe des SC Karate Bestensee zwei 3. Plätze. (Siehe auch: Bestensee in Halle/S.)

Den Bestenseern war die Laune nicht mehr zu verderben.

W.S.

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Neujahrstraining mit dem Bundestrainer

Der Bundestrainer lädt zum traditionellen Neujahrstraining/Kata am ersten Wochenende im neuen Jahr einige Landeskader hinzu, gemeinsam mit dem Bundeskader in die Saison zu starten. Wie auch in den Jahren zuvor waren aus Brandenburg Sarah Kruber vom HSV- Cottbus und David Strauß aus Bestensee am 09. und 10. Januar geladen.

Das workout findet in der Landessportschule Hessen am Flughafen Frankfurt a.M. statt und geht über eineinhalb Tage. Laut Bundestrainer Efthimios Karamitsos (7. Dan) dient es dazu, den Teilnehmern die neuesten Entwicklungen und Trends im Wettkampftraining nahe zu bringen und eine Orientierungshilfe bei der Überprüfung des eigenen individuellen Trainingsniveaus zu ermöglichen.

Für David Strauß geht die Bedeutung solcher Veranstaltungen weit über den Leistungssport hinaus. Die dabei erhaltenen Hinweise und Anregungen helfen ihm auch in der eigenen Trainingsarbeit im Breitensport. Wettkampf- und Leistungssport erwächst ausschließlich aus dem Breitensport: Es gibt im Karate keine Quereinsteiger! Nur aus dem Breitensportler entwickelt sich der Wettkampfathlet, betont auch Sarah Kruber: “Deshalb ist der Breitensport so ungemein wichtig für den Wettkampf.“

Das jährliche Neujahrstraining gibt aber auch immer die Gelegenheit, mit Athleten aus anderen Landesverbänden zu sprechen, was auf Turnieren aus Zeitgründen viel zu kurz kommt. Insofern ist das Neujahrstraining nicht einfach eine sportliche Veranstaltung, sondern ebenso ein kultureller und sozialer Event, der Haltung hervorbringt. Körperlich und mental.

Wolf Strauß

(Fotos: SC Karate Bestensee e.V.)

Der SC Karate Bestensee auf dem Sakura Cup 2016

桜 – Kirschblüte in Schwarzheide

Über 450 Wettkämpfer aus mehr als 35 Vereinen traten am 16. Januar in Schwarzheide zum Sakura Cup 2016 an. Es gilt als eines der anspruchvollsten Turniere in Brandenburg, auf dem bundesweit und international erfahrene Athleten aufeinander treffen. Bestensee war in diesem Jahr mit neun Karateka vertreten. Es ist für Brandenburger der Auftakt zur jährlichen Pokal- und Medaillenjagd.

Die Kirschblüte, 桜, jap. sakura, ist eines der zentralen Kultursymbole Japans. Sie repräsentiert den Frühlingsanfang und steht für Aufbruch und Vergänglichkeit wie für Schönheit. Wie eng dies miteinander verwoben erscheint, lässt sich auf dem jährlichen Sakura Cup Turnier zum Beginn eines jeden Jahres ablesen.

Die Vorbereitung war hart und fast alle hatten es im letzten Jahr geschafft, eine Prüfung zur nächst höheren Gürtelstufe zu bestehen. Alle aber waren auch ein Jahr älter geworden und das bedeutete für die Schüler diesmal, dass sie auch in einer höheren Altersklasse starten. Und in der waren sie nun die Jüngsten der Gruppe, was das Niederringen eines etwa zwei Jahre älteren Gegners schon schwer machen kann.

Hatten die Bestenseer im letzten Jahr noch zwei Zweite und einen Dritten Platz errungen, gelang es diesmal nur Mandy Napierai (1. Kyu) sich in der Altersklasse U 18/Kata die Medaille für einen Dritten Platz zu sichern. Sie ist Mitglied im Landeskader und wird in Bestensee von David Strauß (2. Dan) und in Cottbus von Landestrainer Thomas Holm (5. Dan) trainiert. Teamkollegin und Landesmeisterin Tu Tran verpasste diesmal knapp einen Dritten Platz.

Ähnlich erging es Simon Böger (7. Kyu), der im letzten Jahr in Schwarzheide in der Disziplin Kata den Zweiten Platz holte. Er startete in der U 11 und kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor. Den Dritten Platz aber musste er seinem Gegner überlassen.

In der Disziplin Kumite traf er ebenfalls auf sehr kampfstarke, erfahrene Gegner. Konnte er den ersten Kampf mit einem sehr deutlichen 5:1-Ergebnis für sich entscheiden, musste er im zweiten Fight sich mit 1:4 Punkten geschlagen geben. Er verfehlte den Aufstieg zum Siegerpodest und kam auf den Fünften Rang. So wie ihm erging es auch den beiden anderen Bestenseer Kumite- Athleten, Einar Dankert und Adrian Schlitzkus. Beide kämpften mit großem Einsatz, schafften es aber nicht, die ebenfalls sehr guten Gegner zu überwinden.

Trainer David Strauß und Assistent Axel Böger waren sich einig: Bestensee hat ein sehr gutes Talente-Potential. Dazu David Strauß: „Am Anfang steht die Motivationsentwicklung! Sie ermöglicht erfolgreiches Leistungstraining!“. Das gelte es mit noch besser auf die Karateka zugeschnittenen Einheiten zu entwickeln. „Wir sind dabei, das Training und die Trainerarbeit auf den allerneuesten Stand zu bringen und neu zu organisieren.“ ergänzte Axel Böger.

Wolf Strauß (Fotos: SC Karate Bestensee e.V.)

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Mandy Napierai, 1. Kyu, (rechts) bei der Preisverleihung mit Kaderkollegin Lena Holm aus Cottbus.
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Landesmeisterin Tu Tran, 3. Kyu, während der Vorbereitung in Schwarzheide.

Bilder und Video Galerie

Die Gewinner – SC Karate Bestensee auf dem 3. Ranglistenturnier 2015

Drei Erste Plätze, drei Zweite Plätze und vier Dritte Plätze haben die Karateka des SC Karate Bestensee aus Brandenburg an der Havel mit nach Hause gebracht. Das ist die bislang beste Ernte, die der Verein von einem Turnier im nun auslaufenden Jahr 2015 einfahren konnte. Der SC Karate Bestensee e.V. war mit dreizehn Athleten am 14. November nach Brandenburg gefahren und holte insgesamt zehn Preise.

Benni Zenz, 5. Kyu, holte in der Altersklasse U 16 nicht nur den 1. Platz in der Disziplin Kata, sondern errang in der Gesamtwertung aller drei Ranglistenturniere des Jahres 2015 in dieser Altersgruppe ebenfalls den 1. Platz. Ebenso Einar Dankert: Der Achtjährige gewann in seiner Altersklasse jetzt den zweiten Platz in der Disziplin Kata. In den beiden anderen diesjährigen Turnieren errang er einen Ersten und einen Zweiten Platz und kam so in der Gesamtwertung auch auf den Ersten Platz in der Gruppe U 9.

Einar war vor der Bekanntgabe der Ergebnisse in der Gesamtwertung sehr aufgeregt. Er war voller Hoffnung auf einen der vorderen Plätze. Sein größter Traum war es, einen der großen Pokale zu bekommen, die stets an den Gewinner des Ersten Platzes vergeben werden. Als es dann soweitwar und er den goldfarbenen großen Becher mit dem erläuternden kleinen Messingschild am Sockel in den Händen hielt, konnte er vor Freude kaum sprechen.

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Benito Zenz (Foto: SC Karate Bestensee e.V.)

Der Veranstalter bat die Bestenseer, mit einem Kata-Team zu starten. Das bedeutet, dass drei Athleten eine Kata synchron laufen. Ästhetisch ein besonderer Reiz, der an Ballet denken lässt, sportlich allerdings eine hohe Herausforderung. Bestensee hat derzeit kein trainiertes Team. Die beiden Kader-Athletinnen, die selbst aus Gründen der Fairness nicht auf einem Ranglistenturnier starten dürfen, weil sie als Kader ein zu hohes Leistungsniveau für die anderen Wettkämpfer haben, versuchten nun mit Benni Zenz, Anne Elias und Leonie Schmidt einen Katalauf zu synchronisieren. Dafür hatten sie etwa eine Viertelstunde Zeit.

Die Überraschung des Tages war, dass das improvisierte Bestenseer Team den Dritten Platz errang. – Unglaublich, aber wahr!

Bei den Kata-Athleten gelang Leonie Schmidt, Jahrgang 2005, der Sprung auf den Zweiten Platz. Kata, geschrieben als 形 oder 型, ist das japanische Wort für Form und bezeichnet in den Kampfsportarten eine Übungsfolge verschiedener T echniken gegen einen vorgestellten Gegner. Es entspringt der Art, in der in früheren Jahrhunderten auf Okinawa die Kampftechniken im Geheimen weitergegeben wurden.

Bei den Startern in der Disziplin Kata gelang es Sophie-Danielle Schulz und Rafael Langhammer, beide Jahrgang 2006, die Dritten Plätze ihrer Gruppen zu erkämpfen.

Unterstützung bekamen die Betreuer Uwe Jaensch und Axel Böger in Brandenburg von den beiden Bestenseer Kata-Landeskader-Mitgliedern Mandy Napierai und Tu Tran. Tu, derzeit amtierende brandenburgische Landesmeisterin Kata der Altersklasse U 16, und ihre Kader-Kollegin kümmerten sich um die jüngeren Athleten, hatten aber unerwartet eine besondere Herausforderung zu meistern:

Besonders groß war die Konkurrenz bei den Kumite-Athleten. Nicht nur die große Zahl der gemeldeten Athleten machte für die Bestenseer die Sache anstrengend, es war mit dem 1. BKSV aus Brandenburg ein traditionell besonders starker Gegner auf dem Turnier anwesend: Dieser 1. Brandenburger Kampfsport-Verein zählt aktuell zu den erfolgreichsten Vereinen Deutschlands in der Disziplin Kumite und stellt mehrere Deutsche Meister.

Kumite, japanische Schreibweise: 組手, ist eine Art des reglementierten Freikampfes, bei dem sich zwei

Gegner gegenüberstehen. T echniken dürfen nur kontrolliert ausgeführt werden, um eine ernsthafte Verletzung des Gegners zu vermeiden.

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Einar Dankert (Foto: SC Karate Bestensee e.V.)

Wie Coach Uwe Jaensch erläuterte, hat der SC Karate Bestensee in diesem Jahr wieder begonnen, eine Kumite-Gruppe aufzubauen. Der Verein erhält dabei starke Unterstützung von Stanley Schulze, Träger des 4. Dan, dem Cheftrainer des befreundeten BSG Eisenhüttenstadt, der sich insbesondere um die unteren Jahrgänge in Bestensee kümmert.

Insofern war es für die Bestenseer „Anfänger“ eine ganz besondere Leistung, dass sie im Kumite mit den erfahrenen Kämpfern aus Brandenburg mithalten konnten. Simon Böger, 7. Kyu, konnte sich in vier wirklich schweren, ernergieverzehrenden Kämpfen in der Altersklasse U 11 den Zweiten Platz sichern.

Gegen noch stärkere Gegner mit einem größeren Erfahrungsschatz musste sich Adrian Schlitzkus, 8. Kyu, durchsetzen. Aber auch er schaffte es mit einem erstaunlichen Maß an Konzentration und Präzision in der Ausführung der einzelnen Techniken auf das Siegerpodest: Er eroberte in der U 11 den Dritten Platz.

Mit sympathischem Understatement kommentierte Stanley Schulze lakonisch: „Ein guter Anfang!“

Uwe Jaensch hatte sichtlich Mühe, seine Freude zu artikulieren: „Ich bin restlos begeistert!“ Und Trainings-Assistent Axel Böger zitierte sogar Winston Churchill: „Das ist nicht das Ende, das ist nicht einmal der Anfang vom Ende! Das ist vielleicht das Ende vom Anfang!“ (Churchill nach El Alamein.)

Mit anderen Worten: Jetzt fangen wir an loszulegen! – Tatsächlich sind die jungen Kämpfer aus Bestensee hoch motiviert und wollen mit verstärktem Training in die Wettkampfsaison 2016 gehen.

W.S.

Weiterführende Links:
Bildergalerie

LM 2015 in Brandenburg

Voller Erfolg      (Hier ist die Presseversion mit Fotos zu lesen: LM 2015 Bericht)
Bestenseer Athleten auf der Landesmeisterschaft 2015

Der SC Karate Bestensee e.V. war mit elf Athleten nach Brandenburg an der Havel gefahren, um nach der Sommerpause einen furiosen Start in die neue Wettkampfsaison 2015/16 hinzulegen. Und es wurde ein voller Erfolg: Ein 1. Platz, zwei 2. Plätze und zwei 3. Plätze. Und dieses Ergebnis bei mehr als 150 Gegnern.

Doch aller Anfang ist schwer: Als am 19. September die jüngsten Starter in der Altersklasse U11 in der Brandenburger Dreifelderhalle die LM eröffneten, mussten sich Simon Böger, Adrian Schlitzkus und Rafael Langhammer gegen 16 weitere Kata-Kämpfer aus acht verschiedenen Vereinen zur Wehr setzen. Das wurde schwer. Simon und Rafael mussten bereits in der ersten Runde ausscheiden. Adrian kam zwar in die Trostrunde, konnte aber seinen starken Gegner nicht bezwingen.

Die drei Jungen waren aus der vorangegangenen Saison 2014/15 ganz andere Ergebnisse gewohnt und bekamen nun die Trainingspause der langen Sommerferien zu spüren. Aber Ergebnisse, die am Selbstbewusstsein kratzen, können auch den Trainingsehrgeiz beflügeln.

Leonie Schmidt und Sophie-Danielle Schulz hatten es bei den Mädchen auch nicht leichter. Beide kamen in die Trostrunde, doch es erging ihnen wie Adrian: Sie konnten ihre starken Gegnerinnen nicht bezwingen. Sie haben etwas weniger Wettkampferfahrung als die schon etwas älteren Teammitspielerinnen, was sich während des Kampfes manchmal in Nervosität und Konzentrationsmangel ausdrückt.

In der U14 der Mädchen traten 16 Karateka aus acht Vereinen gegeneinander an. Anne Elias aus Pätz lief in dieser Altersklasse zu großer Form auf. In vier Kräfte zehrenden Duellen musste sie sich behaupten. Drei Gegnerinnen überwand sie mit energisch vorgetragenen Empi und Heian Godan. Im vierten Kampf musste sie sich dann geschlagen geben, sicherte sich damit aber Bronze auf dem dritten Platz. Wie ihre Performance auf der Tatami zeigt, hat Anne in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorn geschafft. Sie tritt routinierter auf und trägt ihre Techniken deutlich ausdrucksstärker vor. Das weckt Hoffnungen auf die nächsten Turniere in dieser Saison.

In der U16 der Jungen kämpfte sich Benni Zenz bis auf den zweiten Platz vor. Er trat gegen sechs Konkurrenten an, darunter starke Gegner wie Nico Bohnenstengel und Ole Scherer aus Beelitz. Im Finale erst musste er seinem Gegner den Vortritt lassen. Besonders bemerkenswert ist seine Leistung vor dem Hintergrund der langen Sommerpause. Quasi aus dem Stand hat sich Benni in die Spitzengruppe vorgearbeitet.

Die U16 der Mädchen wurde im Grunde von zwei Bestenseerinnen dominiert. Frances Seiler besetzte den dritten Platz und Thanh Tu Tran wurde neue Brandenburgische Landesmeisterin. Die von ihr vorgetragenen Kata, Empi, und vor allem ihre Gankaku, waren so überzeugend, dass alle Kampfrichterfahnen für Tu hochgingen. Tu ist Mitglied im Brandenburger Landeskader und trainiert außer in Bestensee auch im Landesstützpunkt Cottbus bei Landestrainer Thomas Holm. Es wird für Tu in Zukunft jetzt darauf ankommen, ob es ihr gelingt unter Thomas Holms Obhut auch den Sprung in die oberen Ränge der großen überregionalen Turniere zu schaffen und im kommenden Jahr sich wieder für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. Die Unterstützung des Bestenseer Vereins und ihrer Teamkameraden ist ihr gewiss.

Mitglied im Landeskader ist auch Mandy Napierai. Auch sie trainiert zusätzlich regelmäßig im Landesstützpunkt Cottbus. Und das war bei dieser Landesmeisterschaft auch wieder deutlich zu sehen. In ihrer Altersklasse U18 kämpfte sie sich souverän bis in das Finale vor und musste sich lediglich ihrer Kaderkollegin Lena Holm vom HSV Cottbus geschlagen geben. Für Lena Holm war die Landesmeisterschaft am 19. September eine von vielen Herausforderungen, denen sie sich gut gewachsen zeigte.

Sie ist in den internationalen Turnieren der Premier League bereits weit vorn etabliert. Und so ist es keine Schande, gegen sie im Finale zu unterliegen. Mandys Leistung ist um so bewundernswerter, als die LM in Brandenburg ihr erster Wettkampf nach einer langen Pause war, in der sie eine komplizierte Knieverletzung auskurieren musste.

Als Ergebnis des harten Trainings eine insgesamt sehr erfreuliche Bilanz: Eine Landesmeisterin, zwei Landesvizemeister und zwei Dritte Plätze. Die nächsten Aufgaben aber stehen schon bald an: Am 10.10.2015 findet in Berlin der Banzai Cup statt. Dieses Turnier ist erfahrungsgemäß schwierig, weil dort die Hochleistungskonkurrenz aus aller Welt antritt. Bestensee und seine Athleten werden dabei sein.

Bestensee auf dem KDB-Tag in Beeskow

Der SC Karate Bestensee e.V. und seine langjährige Vorsitzende, Elke Kuntzsch, sind auf dem KDB-Tag vom Präsidium des Landesverbandes für die besonderen Verdienste um den brandenburgischen Karatesport zum 25jährigen Bestehen des Vereins mit der Ehrentafel ausgezeichnet worden. Elke ist Gründungsmitglied und hielt in ihrer aktiven Zeit über viele Jahre den Titel der Brandenburgischen Landesmeisterin in der Disziplin Kata.

Der KDB-Tag war aber auch ein Fest für die aus vielen Vereinen Brandenburgs zusammengekommenen Kinder: Auf sie warteten besondere Trainingsrunden, so beispielsweise mit Marc Puhlmann, der eine Einführung in die Selbstverteidigungstechniken für Kinder durchführte. Mit Marvin Mauer vom 1. BKSV aus Brandenburg konnten sie in einem Kumite-Spezial sich mit dem Zweikampf vertraut machen, und Elke Kuntzsch führte die Anfänger unter ihnen und die, die schon zur Mittelstufe zu zählen sind, in einem Kata-Spezial an die Feinheiten der klassischen Karate-Übungsform heran. Auch unsere Jüngsten, Jakob Elias (5 Jahre) und Ragnar Dankert (4 Jahre), waren mit großer Begeisterung bei der Sache und am Ende des Tages erschöpft und zufrieden.

Die Landeskader Kata und Kumite absolvierten in Beeskow das Abschlusstraining für die am 27. und 28. Juni in Erfurt stattfindenden Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren. Jeder, der dazu Lust verspürte, durfte zusehen und sich ein Bild vom Wettkampftraining der Brandenburger Athleten machen. Tu Tran (SC Karate Bestensee) ist in diesem Jahr erstmalig zur DM gemeldet und hat im Kader entsprechend hart trainiert. Sie startet in der Altersklasse U 16 und ist fest entschlossen, sich gegen die starke Konkurrenz zu behaupten.

Um den Leistungsstand und Unterschiede zwischen Breiten- und Wettkampfsport zu zeigen, demonstrierten die Kader in mehreren Kata- und Kumite-Vorführungen vor großem Publikum im Beeskower Sport- und Freizeitzentrum ihr Können, während die beiden Landestrainer, Thomas Holm (Kata) und Bodo Pippel (Kumite), in ihren Moderationen den Zuschauern die Feinheiten erläuterten.

Der KDB-Tag bot aber auch Gelegenheit andere Stilrichtungen und Trainingskonzepte kennenzulernen, und einige Teilnehmer hatten sich zu den angebotenen Kyu-Prüfungen angemeldet.

Und wem all das nicht reichte, der konnte am gut bestückten Imbissstand und am Grill Seele und Körper mit Kulinarischem ruhigstellen.